Der Ursprung

Ich wurde 1993 in Düsseldorf geboren und bin in einer sehr kreativen Umgebung aufgewachsen. Meine Mutter war selbst künstlerisch tätig und ließ mich von klein auf an der Entstehung ihrer Werke teilhaben. Ich durfte beobachten, ausprobieren, mitmachen – und vor allem erfahren, wie aus einer Idee etwas Sichtbares entsteht.

Schon als Kind war Kreativität für mich mehr als nur Beschäftigung. Das Erschaffen wurde zu einem Ort, an dem ich ganz bei mir sein konnte. Ein Rückzugsort, an dem nichts perfekt sein musste und alles möglich war.

Damals wusste ich noch nicht, dass Kunst mich mein ganzes Leben begleiten würde. 

Me vs. Me 

Meine Teenagerjahre waren weniger leicht. Durch mehrere Umzüge innerhalb meiner Kindheit und Jugend besuchte ich insgesamt vier Grundschulen und zwei Realschulen. 2008 zog meine Familie nach Delmenhorst – und ausgerechnet dieser Ort, der zunächst nur eine weitere Station sein sollte, wurde irgendwann meine Heimat.

Wie bei vielen beginnt in dieser Zeit die Suche nach der eigenen Identität. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was will ich eigentlich vom Leben?

Die Kunst, die mich als Kind so selbstverständlich begleitet hatte, rückte dabei immer weiter in den Hintergrund. Mitten in Selbstzweifeln, Veränderung und der Suche nach mir selbst verlor ich den direkten Zugang zu ihr. Ich probierte mich aus, schlug verschiedene Wege ein und wurde irgendwann mehr zur Lebenskünstlerin als zur Künstlerin.

In meinen Zwanzigern führte mich mein Weg unter anderem nach Hamburg, wo ich drei Semester Kommunikationsdesign studierte. Es war eine Zeit, in der ich meiner Kreativität wieder näherkam – und gleichzeitig noch nicht wusste, wohin sie mich eigentlich führen sollte. Aus äußeren Umständen heraus brach ich das Studium schließlich ab.

Rückblickend war es vielleicht gar kein Abbruch. Vielleicht war es ein Umweg.

Ich musste erst lernen, dass Selbstfindung nicht bedeutet, herauszufinden, wer man sein soll. Sondern wer man längst ist.

Zurück zu mir 

Irgendwann in meinen späten Zwanzigern begann sich etwas zu verändern.

Ich hatte lange versucht, mich selbst irgendwo zwischen Erwartungen, Zweifeln und verschiedenen Lebensentwürfen zu finden. Bis ich irgendwann begriff, dass ich mich nicht neu erfinden musste. Ich musste nur wieder zu dem zurückfinden, was schon immer in mir gewesen war.

Zur Kunst.

Und plötzlich ging alles Schlag auf Schlag.

Ich begann wieder zu malen – zunächst für mich. Ohne Plan, ohne Konzept und ohne den Gedanken, daraus einmal etwas Größeres entstehen zu lassen. Die Leinwand wurde zu meinem Gegenüber. Zu einem Ort, an dem ich Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und all das, was sich nur schwer in Worte fassen lässt, sichtbar machen konnte.

Meine Kunst wurde zu einer Form der Selbsttherapie. Und gleichzeitig zu meiner ehrlichsten Form des Ausdrucks.

Auch die Liebe war und ist dabei eine große Inspiration. Ich verliebe mich schnell, intensiv und mit allem, was dazugehört. Und genauso intensiv entstehen meine Bilder. Sie sind Momentaufnahmen meiner inneren Welt – manchmal laut, manchmal wild, manchmal verletzlich und manchmal voller Leichtigkeit.

Ich male nicht, was ich sehe.

Ich male, was in mir passiert.

Jedes Werk erzählt deshalb ein Stück von meinem aktuellen Inneren. Von dem, was mich bewegt, berührt, herausfordert oder inspiriert. Meine Kunst verändert sich mit mir – und ich verändere mich mit ihr.

Vielleicht war die Kunst nie wirklich weg.

Vielleicht habe ich nur eine Weile gebraucht, um wieder hinzusehen.

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